Laras letzte Weihnachten

  • Wi jedes Jahr gibts es auf der Levelbase einen Adventskalender. Dieses Jahr hab ich eine Geschichte dafür geschrieben. Da nicht alle bei der Levelbase angemeldet sind, möchte ich euch die Story aber nicht vorenthalten. also viel Spaß mit eirne Lara Weihnachtsgeschichte.


    -1-


    Die Flocken fielen leise in der Dämmerung und verschluckten sämtliche Geräusche. Das Anwesen der Crofts warf einen Schatten auf die Einfahrt, lediglich von ein paar gelben Vierecken unterbrochen. Im Foyer prasselte ein warmes Feuer und warf tanzende Schatten auf die Wände. Auf einem Holztisch, der von zwei Sesseln und einem Sofa flankiert wurde, stand ein Glas Rotwein. Eine schlanke, aber dennoch kräftige Hand griff danach und führte es an ein paar wohlgeformte Lippen.


    Lady Lara Croft, Gräfin der 11. Generation nahm einen kleinen Schluck, schloss die Augen und wartete bis das Aroma sich ausbreitete. Hinter ihr ertönten Schritte und sie drehte sich in ihrem Sessel um. Zip, ein langjähriger Freund und ihr technischer Berater, trat aus dem Tech-Center. Einem, durch große Glasscheiben abgetrennten, Bereich in dem Zip mehrere Computer, eine Leinwand und allerlei anderen technischen Schnickschnack aufgebaut hatte, um Lara auf ihren Abenteuern zu unterstützen.
    Er schaltete das Licht aus und wartete einen kleinen Augenblick, damit sich seine Augen an das schummrige Licht gewöhnen konnten. Lara beobachtete ihn kurz und wandte sich wieder ihrem Buch zu, als oben auf dem Gang eine Tür ins Schloss fiel und Schritte auf der Treppe zu vernehmen waren. Alister, ebenfalls ein langjähriger Freund von Lara und gleichzeitig ihr Forschungsassistens, betrat das Foyer.


    „Ich bin fertig…für dieses Jahr zumindest“, grinste er.
    Bereits seit 15 Jahren arbeitete er an seiner Doktorarbeit, doch bis heute hatte er es nicht geschafft das Thema dafür einzugrenzen und sie einzureichen.


    Lara grinste zurück, Zip lachte sogar laut auf. Beide ließen sich auf dem Sofa Lara gegenüber nieder. Genervt sah diese ihre beiden Freunde an. Es war Heiligabend und sie hatte über eine Stunde damit verbracht die meiste Weihnachtsdeko wieder in den Keller zu räumen. Winston liebte Weihnachten und jedes Jahr versuchte er Lara aufs Neue davon zu überzeugen. Doch sobald Winston am Nachmittag des 24. Dezember das Manor verließ und für ein paar Tage nach Schottland fuhr, begann Lara damit die Deko zu entfernen. Und jetzt wollte sie ihre Ruhe und in ihrem Buch lesen.
    Zip startete einen Gesprächsversuch. „Und, Lara? Was hast du über die Feiertage vor?“ sie zog eine Augenbraue hoch. „Mich auf meinem Grundstück aufhalten. Nachforschungen anstellen und die Ruhe vor Euch beiden genießen!“ dabei hielt sie sich demonstrativ das Buch vor die Nase und ignorierte die Blicke die Zip und Alister miteinander tauschten.
    Nach einer Weile ließ sie es mit einem Seufzer wieder sinken. „Jeder normale Mensch will nach Feierabend sofort nach Hause. Warum geht nicht einfach in euren Urlaub, mach was immer ihr macht und kommt nächstes Jahr wieder?“ „Jeder normale Mensch würde nicht für dich arbeiten“, nuschelte Zip, woraufhin Alister zu lachen begann. Lara kniff die Augen zusammen und beschloss nicht weiter darauf einzugehen.
    „Mal im Ernst, Lara. Willst du wirklich über Weihnachten allein in diesem großen Haus hocken und Trübsal blasen? Komm doch einfach mit nach Kanada. Meine Mom würde sich sicher freuen. Alister kommt doch auch.“ „Zum ersten: bin ich schon erwachsen und kann ganz gut auf mich selbst aufpassen. Hab ich in der Vergangenheit schon ein- oder zweimal bewiesen, denke ich. Zum zweiten: ich mache mir nun mal nichts aus Weihnachten. Also warum jedes Jahr diese Diskussion? Geht doch einfach. Wir sehen uns dann.“

    Wieder hob sie das Buch an, aber als Alister etwas aus der Jackentasche zog und vor ihr auf den Tisch legte, hielt sie inne. „Wo hast du das her?“ Sie nahm das Foto in die Hand und starrte es an. Es zeigte sie im Pyjama vor dem Weihnachtsbaum. Neben ihr lächelte ihr Vater in die Kamera. Sie erinnerte sich genau an diesen Moment. Es war das letzte gemeinsame Weihnachten mit ihrem Vater. Mehr oder weniger. Sie war 14 Jahre alt und kurz bevor das Bilde aufgezeichnet wurde, hatte ihr Vater einen Anruf von seinem Forschungsteam aus Kambodscha bekommen. Er war noch am selben Abend abgereist und hatte Lara allein zurückgelassen. Kurz nach ihrem Geburtstag verschwand ihr Vater dann für immer.


    Winston hatte damals seinen Urlaub sofort abgesagt und die Weihnachtstage mit Lara verbracht. Er hatte sich rührend um sie gekümmert, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Aber sie wusste genau, dass sie ungenießbar war. Sie hatte ihn völlig ignoriert und jeder Versuch einer Annäherung wurde von ihr abgeblockt.
    Jetzt holte sie diese Erinnerung wieder ein und sie starrte weiterhin auf ihren entsetzten und zugleich enttäuschten und traurigen Gesichtsausdruck. Aber da war noch eine Erinnerung an dieses Weihnachtsfest, die sie fast vergessen hatten und die sich nun durch einen schmerzhaften Stich in ihrer Brust bemerkbar machte.


    Sie blickte zu Alister. „Wo hast du das her?“, fragte sie nun etwas lauter. „Ich…tut mir leid, Lara…ich hab es in einem der Bücher gefunden. Es fiel heraus. Ich wollte…ich dachte du willst es vielleicht haben.“, stotterte er. „Danke! Und jetzt geht ihr besser. Ihr verpasst noch euren Flug.“ Lara erhob sich, nahm ihr Buch und die Fotografie und steuerte die Treppe an. „ Lara? Was…?“, hob Zip an, wurde aber jäh von ihr unterbrochen. „Ich will nicht darüber reden!“ Ihr Ton ließ keinen Zweifel daran, was sie von diesem Thema hielt. „Und jetzt eine Gute Nacht und fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr.“
    Sie betrat die Treppe und drehte sich erst am oberen Absatz wieder um, weil sie die Haustür noch immer nicht ins Schloss hatte fallen hören. Ihre beiden Freunde standen am Treppenansatz, diskutierten leise und stießen sich gegenseitig immer wieder an. Genervt verdrehte Lara die Augen und drehte sich um. „Wollt ihr es hören? Dann werdet ihr aber ganz sicher euren Flug verpassen!“ Verdutzt sahen sich Zip und Alister an. Zip zuckte mit den Schultern. „Und wenn schon. Meine Familie kann ich auch ein anderes Mal besuchen und Weihnachten können wir auch hier gemütlich feiern. Ich kann uns was Schönes kochen und…“ „Bleib ruhig Zip!“, sagte Lara, während sie an den beiden vorbeiging und sich wieder in den Sessel setzte.
    Vorsichtig legte sie die Fotografie vor sich auf den Tisch und schaute sie eine Weile an, bevor sie anfing zu erzählen.

  • -2-


    Es war Heiligabend. Lara saß im Pyjama im Foyer des Croft Manor. Hinter ihr leuchtete ein großer Weihnachtsbaum und tauchte den Raum in ein warmes gemütliches Licht. Sie war in eine Wolldecke gewickelt und in der Hand hatte sie eine dampfende Tasse Kakao. Sie wartete auf ihren Vater, der in seinem Arbeitszimmer einen Anruf entgegen nahm. Es war praktisch eine Tradition, dass sie gemeinsam den Heiligabend bei einer Tasse Kakao verbrachten und sich dabei Geschichten und Legenden erzählten. Auch wenn Lara sich manchmal schon zu alt für solche Sachen fühlte, so wollte sie ihrem Vater diese besonderen Momente nicht nehmen.


    Gerade kam er wieder die Treppe hinunter und Lara setzte sich erwartungsvoll auf. Vielleicht hatte er einen neuen Auftrag bekommen und sie würden gemeinsam zu einem Abenteuer aufbrechen. In ihrer Magengegend kribbelte es, aber sie versuchte ihre Miene unter Kontrolle zu halten und ihre Gefühle zu verbergen.


    “Lara, ich habe leider schlechte Nachrichten“, begann ihr Vater, noch bevor er das Ende der Treppe erreicht hatte. „Ich werde nach Kambodscha reisen. Das Team hat dort verräterische Spuren gefunden und braucht mich vor Ort. Ich werde noch heute abreisen. Der Flug geht in einer Stunde.“ Mit diesen Worten ging er direkt an Lara vorbei und öffnete eine Nebentür die zum Keller führte. Dort bewahrte er seine Utensilien auf.
    Lara warf sich die Decke von den Schultern und lief hinter ihrem Vater her. Ihre nackten Füße machten platschende Geräusche auf dem Fliesenboden. Ihr Vater drehte sich auf der Treppe um. „Diesmal kannst du nicht mit, Lara. Tut mir leid.“ Erstaunt blieb sie stehen, aber dann trat die kleine Kämpferin in ihr hervor und sie lief weiter hinter ihrem Vater her. „Aber Daddy! Die letzten Male durfte ich doch auch mit und ich hab die sogar geholfen diesen Talisman von Babylon zu finden.“


    Sie trat neben ihn, während er seinen Schrank nach seinen Sachen absuchte. „Lara! Diesmal ist es anders. Du bleibst hier. Ich habe Winston bereits bescheid gegeben, er wird hier sein, wenn ich abfahre. Du bist also nicht allein.“ „Aber es ist Weihnachten. Ich will bei dir sein!“ Trotzig schob sie die Unterlippe vor und verschränkte die Arme vor der Brust. Nur ihre Augen zeigten Stolz und Unnachgiebigkeit. Ihr Vater hielt inne und sah seine Tochter einen Augenblick an. Er hatte sie zur Selbstständigkeit erzogen und das war ihm scheinbar geglückt. Auch wenn er es in diesem Moment bereute, so war er Stolz darauf eine Tochter zu haben, die wusste was sie wollte und das auch durchzusetzen versuchte. Aber er konnte sie nicht mitnehmen. Es war zu gefährlich. Er hatte Spuren seiner Frau verfolgt, seit dem Tag, an dem sie verschwunden war. Und dieses Mal schien es seinem Team geglückt zu seine einen weiteren Weg nach Avalon zu finden. Und er wollte weder, dass Lara sich Hoffnungen, noch das sich mit ihm auf den Weg machte. Denn das würde sie ohne Zweifel wollen. Wenn er sie beschützen wollte, musste er sie hier lassen. Auch wenn es Weihnachten war und er sie zu gern um sich haben wollte. Er wagte kaum zu hoffen, aber vielleicht würden sie nächstes Weihnachten wieder zu dritt verbringen. Er schüttelte den Kopf.


    „Lara. Geh nach oben und zieh dir etwas über, sonst erkältest du dich noch. Und dann sei ein braves Mädchen und verabschiede mich noch.“ „Nein! Nimm mich mit…Bitte!“, rief sie. „Nein!“, donnerte ihr Vater. „Geh und zieh dir etwas an und dann komm wieder.“


    Lara wirbelte herum und lief die Treppe hoch. Auf dem Weg zu ihrem Zimmer knallte sie jede Tür zu und hoffte ihr Vater würde es unten im Keller immer noch hören. In ihrem Zimmer angekommen schloss sie die Zimmertüre ab, setze sich mit verschränkten Armen und Beinen aufs Bett und schmollte vor sich hin. Nach einer ganzen Weile klopfte es leise an die Tür und die Stimme ihres Vaters drang herein. Er versuchte die Türe zu öffnen, gab aber sofort auf, als er merkte, dass sie abgeschlossen war. Er wusste, dass es keinen Zweck hatte. Lara war Stur.
    „Lara. Ich werde jetzt fahren. Wenn du dich noch verabschieden willst, solltest du es jetzt tun. Ansonsten sehen wir uns erst an deinem Geburtstag wieder.“ Lara schwieg. Bald darauf hörte sie Schritte, die sich von ihrer Tür entfernten und dann fiel auch schon die Haustür ins Schloss. Ihr Vater war weg und hatte sie wirklich an Weihnachten allein zurückgelassen.


    *


    Verschwommen nahm Lara ihr Zimmer wahr. Sie blinzelte noch einmal. Winston hatte ein Nachtlicht angemacht. Er besaß zu jedem Zimmer einen Zweitschlüssel. Lara setzte sich auf. Etwas klackte an ihrem Fenster.
    Sie sprang aus dem Bett und ging vorsichtig darauf zu. Unter die Fensterbank geduckt, spähte sie vorsichtig hinaus in den Garten. Draußen war alles dunkel und sie konnte nichts erkennen. Doch dann blitze eine Taschenlampe auf. Mal schnell, mal langsamer. Immer im gleichen Rhythmus. Lara erkannte schnell das es Morsezeichen waren.
    Sie suchte ihre Taschenlampe aus dem Nachttisch und Block und Bleistift. Dann antwortete sie ihrem unbekannten Gegenüber, dass er sich wiederholen solle. Sie notierte sich die Nachricht.


    H-I-E-R-I-S-T-C-H-A-S-E.O-E-F-F-N-E-D-I-E-T-U-E-R.


    Chase.


    Lara blieb erstaunt am Fenster stehen, bevor sie es regelrecht aufriss und ihre Augen anstrengte, um Chase zu entdecken. „Lara!“ „Chase! Was machst du denn hier?“ „Bin ausgerissen. Los. Mach die Tür auf. Es ist Schweinekalt!“. Lara schoss nach unten, öffnete die Hintertür die zum Garten führte und flog Chase Carver um den Hals.


    *


    Sie hatten sich auf einem Schulausflug kennen gelernt. Lara hatte mit ihrer Mädchenschule einen Ausflug ins Museum gemacht, während Chase aus purer Langeweile vor dem Eingang herumlungerte. Ihm fiel Lara sofort ins Auge. Sie war nicht nur äußerst hübsch, sie hatte auch etwas an sich, was er in diesem Moment nicht beschreiben konnte. Etwas abenteuerliches, exotisches, neugieriges. Als die Mädchen sich vor der Kasse aufstellten, nutze Chase die Gelegenheit und stieß Lara an, woraufhin sie ihre Schulmappe fallen lies und sich der Inhalt vor dem Eingang verteilte.
    Er verwickelte sie in ein Gespräch. Sie waren sofort auf einer Wellenlänge. Allerdings wurden sie abrupt von Laras Lehrerin unterbrochen, welche Lara mit in das Gebäude nahm und Chase nur einen tadelnden Blick zuwarf.
    Doch irgendwie schaffte er es sich in das Gebäude zu schmuggeln. Als er Lara gefunden hatte, schlichen sie heimlich davon und durchstreiften auf eigene Faust die Museumsräume. Chase hatte eine wunderbare Art Geschichten zu erzählen und Lara so in eine andere Welt zu entführen. Irgendwann sah Lara erschrocken auf die Uhr, doch bevor sie sich wieder auf den Weg zu ihrer Klasse machen wollte, gab Chase ihr eine Adresse und eine Telefonnummer. Sie sollte sich am nächsten Tag Punkt 15 Uhr bei ihm melden.


    Seit diesem Tag waren sie sehr gute Freunde. Chase wohnte mit seiner Familie am anderen Ende Londons und Lara besuchte mit ihrem Vater Ausgrabungsstätten rund um den Globus, oder verbrachte ihre Tage in dem Mädcheninternat, deswegen sahen sie sich nicht sehr oft, aber sie telefonierten und heckten gemeinsam den einen oder anderen Streich aus, die Lara meist an dem Ausgrabungsteam oder ihren Lehrern ausprobierte.

  • *


    Und nun stand er vor ihr, wieder mal von Zuhause ausgerissen, und umarmte seine beste Freundin, bis Lara sich von ihm löste. „Komm rein, aber sei leise. Winston hat einen leichten Schlaf.“
    Sie schlichen sich in Laras Zimmer und erst als sie die Zimmertür geschlossen hatte, überfiel Lara Chase mit all den Fragen, die ihr im Kopf herumschwirrten.


    „Also. Was machst du hier? Wie bist du überhaupt hergekommen? Und das mitten in der Nacht?“ „Hey, mal langsam. Lass mich erstmal aufwärmen.“ Dreist ließ er sich auf das kleine Sofa fallen, welches mitten in Laras Zimmer stand und wickelte sich in eine Wolldecke, die über der Lehne gehangen hatte. Lara ließ sich am anderen Ende des Sofas nieder und sah ihren Freund weiter fragend an. „Du lässt nicht locker, was?“, grinste er. „Nein. Nicht solang du mir nicht erklärst was los ist.“ „Zuhause gab’s wieder Streit. Mein Vater ist ausgeflippt, hat rumgebrüllt und da bin ich ausgerissen. Erst wusste ich nicht wohin, aber dann bist du mir eingefallen. Und hier bin ich.“ Er grinste wieder. „Du wohnst am anderen Ende der Stadt. Wie bist du hergekommen?“ „Na ja…also…ähm. Um ehrlich zu sein…“, er fasste sich in den Nacken, so wie er es immer tat, wenn er verlegen war. „Ich bin getrampt.“ „Chase!“ „Jaaaaa, lass gut sein. Ich bin ja hier. Nix passiert.“
    Doch Lara sah ihren Freund böse an. Er liebte das Risiko.
    Sie schüttelte den Kopf. „Was ist also. Kann ich hier pennen?“ „Klar. Wir müssen dich nur vor Winston verstecken. Aber darüber machen wir uns morgen Gedanken.“ Lara überließ Chase noch eine Decke und ein Kissen und kuschelte sich dann wieder in ihr Bett.
    Sie war immer noch traurig, dass ihr Vater ohne sie abgereist war, aber Chase hatte das Loch in ihrem Herzen erheblich gestopft.


    *


    „Guten Morgen Miss Croft, Mr. Carver! “, hallte Winstons Stimme am nächsten Morgen durch Laras Zimmer. Erschrocken sprang Lara aus dem Bett. „Mist!“, entfuhr es ihr. „Schon gut, Miss Croft. Ich habe ihren nächtlichen Ausflug mitbekommen. Wenn Mr. Carver nach dem Frühstück bei seiner Familie anruft und sie einverstanden sind, dürfen Sie die Weihnachtstage gemeinsam verbringen. Ihr Vater ist bereits informiert und einverstanden.“ Verdutzt blieb Lara neben ihrem Bett stehen und beobachtete wie Chase sich aus dem Knäuel aus Decken befreit und schließlich ein gemurmeltes „Guten Morgen“ zustande brachte. Er grinste schon wieder. Offensichtlich ließ er sich von nichts und niemandem aus der Bahn werfen. Lara grinste zurück. „Würden Sie beide sich nun bitte zum Frühstück zurecht machen. Mr. Carver, nach dem Frühstück holen wir dann ein paar Sachen von Ihnen. Wenn Ihre Eltern die Erlaubnis geben.“


    *


    Bald darauf saßen sie zu dritt um den großen Eichentisch im Esszimmer. Es hatte in der Nacht noch angefangen zu schneien und eine leichte Puderschicht überzog den Garten. Lara hatte die schweren Samtvorhänge komplett beiseite geschoben, sodass noch mehr Licht durch die großen Fenster in das sonst sehr dunkle Esszimmer drang. Zufrieden kauten Lara und Chase ihr Frühstück, während Winston sie beobachtete. Lord Richard Croft hatte darum gebeten immer ein Auge auf die beiden zu haben. Sie waren im Teenageralter und er war sich seiner hübschen Tochter und Chase’ durchtriebenen Art durchaus bewusst.


    „Möchten die Herrschaften noch etwas zu sich nehmen?“ „Nö. Bin Pappsatt!“, meinte Chase sofort und tätschelte sich den Bauch. Lara lachte nur und schüttelte den Kopf. „Nein danke, Winston.“ „Was machen wir jetzt?“, fragte Chase und sah seine Freundin erwartungsvoll an. Diese grübelte. „Eine Schneeballschlacht?“ „Au ja!“, rief Chase und sprang sofort vom Stuhl. Doch Winston bremste seine Euphorie. „Nicht so schnell, junger Mann. Sie werden erstmal Ihre Eltern anrufen.“ „Muss das denn wirklich sein?“ „Ja. Und zwar umgehend.“ Chase grollte, fügte sich dann aber dem unvermeidbaren und ging, von Lara und Winston begleitet, in das Arbeitszimmer von Laras Vater. Doch nach einem sehr kurzen Telefonat war er wieder bei bester Laune. Er durfte bleiben. Winston fuhr mit den beiden nach London, damit Chase ein paar Sachen für die Übernachtung zusammenpacken konnte und überließ die beiden dann ihren eigenen Plänen. Im Garten bei einer Schneeballschlacht und anschließendem Verstecken spielen im Irrgarten sollte nichts passieren.


    Lara und Chase genossen die seltene Narrenfreiheit und verbrachten den kompletten Nachmittag an der frischen Luft. Als es anfing zu dämmern, kamen sie durchgefroren, aber gut gelaunt in die Eingangshalle des Manor. Winston servierte heißen Kakao und eine zeitlang verbrachten sie, schweigend, in den gemütlichen Sesseln sitzend. Der Weihnachtsbaum erstrahlte wieder in voller Pracht und Lara fühlte sehr zufrieden. Fast den ganzen Tag hatte sie nicht an die Abreise ihres Vaters denken müssen. Nur jetzt fehlte er ihr wieder wahnsinnig und ihr traten Tränen in die Augen, die sie aber energisch wegzublinzeln versuchte. Winston trat zu den beiden. „Mr. Carver, ich habe für Sie das Gästezimmer am anderen Ende des Flures zurecht gemacht. Ihre Sachen befinden sich bereits oben. Handtücher liegen im Bad bereit. Wenn Sie noch einen Wunsch haben, sagen Sie es bitte.“ „Ne. Danke. Ich wird dann gleich mal heiß duschen.“, antwortete Chase und machte sich direkt auf den Weg. Lara blickte ihm nach, bis sie bemerkte, dass Winston noch neben ihr stand. „Miss Croft. Ihr Vater ist in der Telefonleitung. Wollen Sie mit ihm sprechen?“ Lara zögerte. Sie vermisste ihren Vater, aber sie war auch immer noch böse, dass er einfach abgereist war. Sie zuckte mit den Schultern und Winston nahm den Hörer von dem silbernen Tablett und reichte ihn ihr.


    „Lara?“ Die Stimme ihres Vaters klang sehr fern und wurde von ständigem rauschen unterbrochen. „Hallo Daddy.“ „Lara, mein Kind. Alles in Ordnung bei dir? Ist Chase geblieben?“ Lara war sich sicher, dass er es bereits wusste. Aber sie antwortete höflich: „Er durfte bleiben. Danke Dad.“ „Was habt ihr heute gemacht?“ Auch bei dieser Frage war Lara sich sicher, dass er die Antwort bereits kannte. „Wir waren im Garten…“, antwortete sie, wurde aber unterbrochen als ihr Vater von einem Mitarbeiter angesprochen wurde. Sie hörte wie ihr Vater versuchte den Hörer zu zuhalten, aber sie konnte trotzdem einige Wortfetzen verstehen. „…sollte bald….Ihre Frau….können vielleicht zu ihr….wenn….Portal…beeilen…“. Die Verbindung wurde jäh unterbrochen und Lara sah den Hörer besorgt an. Hoffentlich ging es ihrem Vater gut. „Miss Croft?“ Winston stand plötzlich wieder neben ihr. „Die Verbindung wurde unterbrochen. Aber ihm geht es gut. Danke, Winston. Ich werde nun auch duschen.“ „Bitte, Miss Croft. Ich bereite nun das Abendessen zu.“

  • *


    Zwei Stunden später saßen sie wieder im Esszimmer, welches diesmal von einem elektrischen Kronleuchter erhellt wurde. Winston hatte ein wunderbares Menü zusammengestellt und Chase langte ordentlich zu. Nur Lara hielt sich zurück. Sie machte sich Sorgen um ihren Vater. Außerdem war sie ein wenig sauer auf Chase, der nach dem Duschen einfach verschwunden und erst pünktlich zum Essen wieder aufgetaucht war. Doch er wollte Lara einfach nicht verraten wo er gewesen war. Als Chase mit dem Essen fertig war, ließ er sich zufrieden seufzend in seinen Stuhl sinken. Finster blickte Lara ihn über den Tisch hinweg an. „Bist du jetzt gestärkt genug, um mir zu verraten wo du gesteckt hast?“. Er grinste wieder. „Du bist viel zu neugierig.“ Er zwinkerte ihr zu und sprang vom Stuhl. „Jetzt ´ne Runde TV.“, sagte er und ging, ohne auf Lara zu warten, Richtung Fernsehraum.

    Sie schauten einen Weihnachtsfilm, der Lara gar nicht gefiel und den Chase scheinbar schon kannte, denn er nahm Laras Versuche, herauszufinden wo er am Nachmittag war, sehr gelassen hin. Schlussendlich wurden beide von Winston auf ihre Zimmer geschickt. Lara grübelte noch eine ganze Weile über Chase’ Verhalten nach, bevor sie endlich in einen unruhigen Schlaf fiel.


    Schweißgebadet wachte sie mitten in der Nacht auf. Sie hatten einen fürchterlichen Albtraum. Doch bevor sie richtig wach war, hatte sie schon wieder vergessen wovon dieser gehandelt hatte. Erst dann bemerkte sie die Hand auf ihrer Schulter und blickte neben sich, direkt in Chase’ grüne Augen. „Alles okay?“, fragte er und Besorgnis lag in seiner Stimme. „Ja. Geht schon wieder. Was machst du denn hier?“ „Ich hab was für dich.“, lächelte er. „Zieh dir was über und komm mit.“
    Dann nahm er sie bei der Hand und beide huschten durch den Flur in die Bibliothek. Dort eröffnete Chase Lara was er den Nachmittag gemacht hatte. „Du wolltest mit deinem Vater auf Schatzsuche, aber er konnte dich nicht mitnehmen. Also musst du hier eine Schatzsuche starten. Ich hab mit Winstons Hilfe was vorbereitet. Eigentlich sollte ich dir erst morgen davon erzählen, aber…“, er grinste schelmisch: „Nachts macht es doch viel mehr Spaß.“
    Lara strahlte. „Oh Chase!“ Und sie fiel ihm wieder um den Hals. „Hey! Leise!“ Lara ließ ihn los. „Entschuldige. Also wo geht es los?“ „Na, das musst du doch selbst herausfinden. Ich gebe dir nur Hilfestellung wenn du nicht weiterweißt.“ Mit diesen Worten stellte er sich demonstrativ in die Ecke und verschränkte die Arme. Lara sah ihn an. „Willst du nicht mal langsam anfangen? Sonst dauert es doch noch die ganze Nacht.“ Lara sah sich um. Sie kannte das Haus sehr gut, aber ihr Vater hatte ihr immer wieder Geschichten über geheime Gänge und Räume erzählt. Sie ging los und suchte den ganzen Raum ab. Schließlich blieb sie vor Chase stehen. „Ich hab die Wände abgeklopft und neben der Treppe ist ein Hohlraum, aber was anderes sehe ich hier nicht. Und wenn du mir jetzt nicht einen Anhaltspunkt gibst, sitzen wir tatsächlich noch morgen früh in diesem Zimmer.“ Chase grinste und ging einen Schritt beiseite. Er hatte eine kleine Nische verdeckt, in der ein Rollregal stand. „Chase! Du schummelst ja!“ „Psssst! Lara. Okay, ich wollte dich ein wenig ärgern, aber ab jetzt bin ich brav und werde dir nur noch eine Hilfe sein, aber kein Hindernis mehr.“


    Gemeinsam schoben sie das Regal auf eine Bodenplatte, die Lara bereits unter dem Fenster entdeckt hatte und direkt neben der Treppe öffnete sich die Wand. „Wir brauchen Taschenlampen“, meinte Lara skeptisch, als sie in das schwarze Loch hinter der Wand blickte. „Hier. Hab an alles gedacht. Nach dir.“ Langsam ging Lara die Treppe hinab und folgte dem Gang. Sie blickte sich überall um. Trotzdem übersah sie beinahe den kleinen Zettel, der in einer besonders dunklen Ecke lag. Sie erkannte Chase’ krakelige Handschrift und versuchte sie im Schein der Taschenlampe zu entziffern.
    „Über den Wassern wenden sich zwei Schwestern den Rücken zu, auf das der Pfad unbewacht bleibt.“
    Lara blickte auf. Chase stand neben ihr und grinste schon wieder. „Na. Kommst du drauf?“ „Hmmm. Über den Wassern…Wasser…der Pool….die Schwimmhalle. Richtig?“ „Richtig.“ Chase lächelte. „Los komm!“ Lara stürmte zurück in die Bibliothek. Chase hatte fast mühe mit ihr mitzuhalten.
    Sie rannten leise nach unten und schlüpften durch die Tür, die zum Pool führte. Dort angelangt, blieb Lara stehen und beobachtete das Wasser, welches sich überall an den Wänden spiegelte. Auf dem großen Glasdach lag eine dünne Schicht Schnee. Es war schwül- warm und Lara, noch erhitzt von dem Sprint, traten kleine Schweißperlen auf die Stirn. Sie sah sich weiter um und erblickte auf einer Empore die großen Statuen, welche das Sprungbrett säumten.
    Sie lächelte und sah Chase an, der ihr zunickte. Lara hetzte die Treppe herauf und als Chase ihr nachgegangen war, untersuchte sie schon die beiden Steinfiguren. „Dabei wirst du wohl Hilfe brauchen“, sagte Chase und bedeutete ihr mit anzupacken. Mit vereinten Kräften zogen und schoben sie die Statuen in ihren Halterungen auseinander, sodass ihre Rücken einander zugewandt waren. In der Mitte drehte sich eine kleine Steinplatte, an dem ein weiterer kleiner Zettel hing. Lara nahm ihn und las ihn vor:
    „In der Halle des Wissens enthüllen nacheinander Coelin, Topas, Viridian und Karmesin ihr Arkanunm.“
    Stirnrunzelnd starrte Lara auf das Blatt. „Du hast dir wirklich Mühe gegeben, aber man gewöhnt sich daran. Zurück zur Bibliothek.“
    Und schon war sie wieder unterwegs. Chase verdrehte die Augen, freute sich aber, dass Lara scheinbar gefallen an seiner Schatzsuche gefunden hatte. Er folgte ihr etwas langsamer und fand sie mitten in der Bibliothek stehend, den Blick auf den Zettel gerichtet und hochkonzentriert. Sie murmelte leise vor sich hin. „Farben. Das sind Farben…aber…hm.“ Chase betätigte den Lichtschalter und Lara zuckte erschrocken zusammen. „Was…? Chase. Das sieht man doch.“ „Sieh dich um und merk dir was du siehst.“ Lara zögerte kurz, tat aber dann, wie ihr geheißen. Dann fiel ihr Blick auf die Bücherregale. Jedes Regal enthielt nur braune Bücher. Doch in einigen Stach immer ein Farbiges hervor.
    Sie schaute wieder auf ihren Zettel: Coelin, war ein Blauton. Das wusste sie noch aus dem Kunstunterricht. Topas war ein gelber Edelstein. Viridian wurde aus dem lateinischen ‚viridis’ abgeleitet und bedeutete grün, also blieb für Karmesin nur rot.
    Sie ging zu den Bücherregalen und untersuchte die farbigen Bücher. Als sie das blaue herausnehmen wollte, gab es ein mechanisches Geräusch neben ihr und sie ließ das Buch erschrocken wieder los. Doch nichts passierte. Also versuchte sie das gelbe Buch herauszunehmen und wieder erklang ein mechanisches Geräusch neben ihr. Erst nachdem sie alle Bücherschalter betätigt hatte, öffnete sich eine weitere Wand und dahinter erschein ein kleiner Raum, wo ein weiterer Zettel auf sie wartete.
    „Über der Feuerstelle lassen die enthüllten Fratzen, berührt in eiliger Hast, erstehen, was erstehen soll. Chase! Jetzt hast du aber übertrieben. Was soll das heißen?“.
    Chase lachte. „Na ja, das war ich eigentlich gar nicht. Winston hat mir das diktiert.“ „Hoffentlich hat er dir auch verraten was das heißen soll. Sonst sind wir hier am Ende.“ „Klar. Versuchs mal im Foyer.“
    Gemeinsam verließen sie die Bibliothek und Lara überlegte schon auf dem Weg in die Eingangshalle fieberhaft, welche Fratzen sie berühren sollte. Aber erst als sie auf dem oberen Gang standen, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Die hässlichen Steinbildnisse am Ende des Ganges. Sie waren auf beiden Seiten absolut identisch, aber Lara fand sie uninteressant und nicht besonders gelungen, daher hatte sie ihnen nie mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als nötig. Sie ging auf einen der Bildnisse zu und fing an, jeden Zentimeter zu untersuchen. Nach einer Weile bemerkt sie eine lockere Stelle. Ein Kreis der sich nach innen drücken ließ. Sie presste ihre Finger darauf und der Stein gab nach, kam aber nach ein paar Minuten wieder heraus und ging in seine Ausgangsposition.


    „In eiliger Hast…na klar. Aber…Chase! Das kann ich doch gar nicht schaffen. Das ist viel zu…Chase?“ Erst als Lara sich umdrehte, bemerkte sie, dass Chase gar nicht mehr neben ihr stand. Er war auf die Gegenüberliegende Seite gegangen und stand nun vor dem zweiten Bildnis. „Auf drei!“, rief er, völlig vergessend, dass sie leise sein wollten. Gleichzeitig drückten sie den Kreis wieder ein und unten im Foyer ertönte das Geräusch von auf einander schleifendem Stein. Lara blickte über die Brüstung und sah ein Loch, in Größe einer Steinplatte. Darin lag ein weiterer Zettel. Schnell lief sie nach unten und las den Hinweis vor.
    „Die aufgestiegene Athene wendet sich der Sonne zu, auf dass deren Last ihren güldenen Lorbeer enthülle.“
    „Ach Chase.“ „Nein, das ist lösbar. Schau dich um.“ Er gab Lara ihre Taschenlampe und sie sah sich das Loch genauer an. In der Mitte war eine kleine Platte eingelassen, auf der Athene abgebildet war. Um die runde Platte waren eine Sonne, ein Mond, ein Stern und ein Planet abgebildet. Lara berührte die Athene und stellte fest, dass sie sich bewegen ließ. Sie drehte sie mit dem Gesicht Richtung Sonne. Plötzlich setze sich die Platte in Bewegung und gab ein Loch frei. Lara leuchtete hinein und sah ein kleines goldenes Päckchen. Sie griff danach und hielt es dann in ihrer ausgestreckten Hand. „Chase. Das ist…ist das wirklich…?“ „Ja, das ist für dich. Los mach es auf.“ Plötzlich erstrahlte der Weihnachtsbaum in seinem vollen Glanz und Winston kam die Treppe hinunter. Er lächelte milde.


    „Mr. Carver, Sie konnten es wohl kaum erwarten. Aber ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Eine Schatzsuche bei Nacht, macht einiges mehr her.“ Er zwinkerte den beiden Freunden zu, die noch immer auf dem Boden knieten. Am Fuße der Treppe betätigte Winston einen geheimen Schalter und das Loch im Boden verschloss sich wieder. Lara und Chase setzten sich in die Sessel. Das Geschenk ruhte auf Laras Knien. „Willst du nicht wissen was drin ist?“, fragte Chase. Vorsichtig zog Lara an der Schleife und entfernte dann das goldene Papier. Eine kleine Schachtel kam zum Vorschein und als sie diese öffnete, traten ihr Tränen in die Augen. In der Schachtel lag eine kleine Brosche. Die exakte Nachbildung der Brosche ihrer Mutter. „Ihr Vater hat sie anfertigen lassen und Mr. Carver dachte, eine kleine Schatzsuche würde sie vielleicht aufmuntern.“ „Vielen dank“, flüsterte Lara und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel.
    Sie legte die Brosche zurück in die Schachtel, verschloss diese aber nicht, sondern stellte sie auf den Tisch. Winston brachte zwei Tassen Kakao und Lara und Chase nahmen sie dankbar an. Schweigend saßen sie beisammen und Lara fühlte sich geborgen und glücklich. Sie hatte ihren besten Freund bei sich. Winston war wie ein Onkel für sie. Nur ihr Vater fehlte ihr, aber jetzt war ein Teil ihrer Eltern bei ihr. Mit einem letzten Blick auf die Brosche, schlief sie ein.

  • -3-


    „Das war das letzte Weihnachtsfest, welches ich gefeiert habe.“, beendete Lara ihre Geschichte. Zip und Alister sahen sie an. Keiner der beiden vermochte etwas zu sagen. „Jetzt wisst ihr auch, wie mein Trainingskurs zustande kam“, lachte Lara. „Chase hat zwar auch nur das genutzt, was im Haus vorhanden war, aber es war genial. Er war genial…“. Lara hielt inne.
    „Jedenfalls blieb Chase sogar noch über Silvester und ging erst wieder zu seiner Familie, als ich wieder in das Internat zurückkehrte. Und was mit meinem Vater passiert war…die Geschichte kennt ihr ja.“
    Eine kurze Pause entstand. Doch die Stille wurde jäh von einem Handyklingeln durchbrochen. Lara drückte eine Taste und hielt es sich ans Ohr. „In einer Stunde? Gut. Wir sind da. Danke.“ Sie legte wieder auf und musste über die verdutzen Gesichter ihrer Freunde lachen.
    „Also, ich packe jetzt meine Sachen und wenn wir noch heute nach Kanada zu deiner Familie wollen, Zip, solltet ihr euch bereithalten. Mein Privatjet ist einer Stunde einsatzbereit. Lasst uns gemeinsam Weihnachten feiern! “


    :presentf:presentm


    Sooo ich hoffe die Geschichte hat euch gefallen und ich warte nun auf Kritik, anregungen und vlt auch einem kleinen Dankeschön ^^

  • Schön geschrieben wie ich finde, allerdings auch etwas vorhersehbar wenn man das Spiel schon gespielt hat.
    Tut aber der guten Story jetzt nicht wirklich was. :)